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Source Code – VerA�ndere die Vergangenheit, rette die Zukunft

Von Philipp Rogmann • Jun 14th, 2011 • Kategorien: Filme, Kino, News

Acht Minuten. Nur acht Minuten, immer wieder. Das ist alle Zeit der Welt, wenn man nichts weiter vor hat. FA?r Captain Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) ist das eine magische Zahl, denn sein Universum endet genau nach dieser Zeitspanne – immer wieder. Hat der neue Thriller Source Code von Regisseur Duncan Jones (Moon) das Zeug, den Vergleich mit Inception zu gewinnen? Das ist nicht so einfach zu sagen, denn beide Filme unterscheiden sich doch sehr. Anstatt eines Effektfeuerwerks wie bei Inception arbeitet Source Code viel mit ruhigen TA�nen, Aussichtslosigkeit und mit dem Schauspieltalent von Gyllenhaal und Vera Farmiga, die als Captain Coleen Goodwin auf der anderen Seite der RealitA�t die Strippen zieht.

ZunA�chst erstreckt sich die Welt von Stevens auf eine Kapsel, in der von einem Bildschirm herab eine schier unglaubliche Wahrheit herabgestrahlt wird: Er hat acht Minuten, um in einem Nahverkehrszug in Chicago eine Bombe zu finden und den Bombenleger zu erkennen. Acht Minuten hat er deshalb, da er die Erinnerung eines der Opfer durchlebt und nach dem Tod sind diese neuronalen Signale nur noch diese Zeit verfA?gbar. Captain Stevens kennt nicht die Vorgeschichte seines Wirts oder warum er im Zug ist. Dennoch muss er schnellstmA�glich militA�risch handeln, um weitere AnschlA�ge zu verhindern. Er kann die Vergangenheit nicht A�ndern, aber die Zukunft retten. Immer wieder findet er kleine Details bei seinen AusflA?gen in den KA�rper des Opfers und erfA�hrt noch dazu, welche Rolle er im Gesamtbild spielt. Doch das soll nicht Thema sein, denn einer der wichtigsten Aspekte an Source Code ist das Herausfinden der ZusammenhA�nge und schlieAYlich die Diskussion A?ber einige philosophische GrundsA�tze, die eine Technik wie das Nutzen von Erinnerungen Toter betrifft.

Source Code ist sicherlich ruhiger als Inception, bedient sich vieler Mittel und Techniken eher passiv. Das heiAYt, wir als Zuschauer machen uns unsere eigenen Gedanken, kommen auf die ZusammenhA�nge selbst und bekommen sie nicht vorgekaut. Es ist Jake Gyllenhaals Schauspiel zu verdanken, dass wir schnell ein VerhA�ltnis zu ihm und zu seiner Geschichte aufbauen. Wir wollen, dass er Erfolg hat a�� wissen aber, dass eigentlich schon alle Weichen gestellt sind. Das einzige Element, dass der Captain noch verA�ndern kann, ist die grA�AYere Gefahr, in der ganz Chicago schwebt.

Wir gewA�hnen uns an Christina Warren (Michelle Monaghan), die gegenA?ber von Shawn sitzt, in dessen Erinnerung Captain Stevens eingewoben ist, bauen ein VerhA�ltnis zu den anderen Personen im Zug auf, der in sein Verderben fA�hrt. AuAYerdem wird uns unterschwellig eines klar: Das, was wir immer fA?r so wichtig halten, die Kleinigkeiten wie ZugverspA�tungen und umgestoAYene GetrA�nke, sind eigentlich nicht so elementar von Bedeutung. Doch nur wir wissen das a�� und Colter Stevens. Und wir sehen, wie er versucht, diese Menschen zu retten. Immer wieder wird er scheitern und jedes Mal hoffen wir, dass es besser wird.

Fazit:
Source Code ist nicht nur brillant ausgedacht, das Ende ist so schA�n unerwartet und durchdacht, dass niemals das GefA?hl von Pathos im Raum steht. Ebensowenig steht Rassismus im Weg, denn die A?blichen VerdA�chtigen werden schnell ausgeschlossen aus dem TA�terkreis. Wer auf ein Effektfeuerwerk hofft, wird enttA�uscht werden. Wer einfach einen perfekt inszenierten Film mit guten Schauspielern, einer wendungsreichen Story und viel Platz fA?r eigenes Nachdenken mA�chte, kommt an Source Code nicht vorbei. Unbedingt anschauen.

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28 Responses »

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